Noch mehr Handhelds



Die neuesten Geräte enthielten abgespeckte Versionen der vom PC gewohnten Software, doch konnten sie dem Palm Pilot nie die Marktführerschaft abringen. Dank schnellerer Prozessoren und billigerem Speicher wurden die Mini-Computer für immer mehr Anwendungen interessant. Palm erweiterte seinen Handheld um eine Antenne, die über ein eigenes Funknetz für eine ständige Internetverbindung sorgt. Über diese kann der "Palm VII" laufend mit aktuellen Informationen oder auch neuen E-Mails versorgt werden. Noch vor Ende 2000 soll auch in Europa ein derartiges Netz in Betrieb gehen, möglicherweise wird die Verbindung über die gut ausgebauten GSM-Netze erfolgen.

Neue Konkurrenz

Doch die Handheld-Anbieter konkurrieren nicht nur miteinander, auch von den Handyherstellern droht Gefahr. Die Mobiltelefone werden immer intelligenter, WAP-Zugang und Organizerfunktionen gehören bei Spitzenmodellen bereits zum Standard. In Anbetracht dessen hat Palm mittlerweile angekündigt, in Zukunft alle Geräte mit Internetzugängen auszustatten. Auch Microsoft nimmt einen neuen Anlauf und veröffentlichte den Nachfolger des wenig erfolgreichen "Windows CE".

Das neue "Pocket PC" soll mit neuem Interface, besserer E-Mail-Software und dem Windows Media Player für höhere Marktanteile sorgen. Doch Palm wird sich nicht so schnell geschlagen geben, es hat sein Betriebssystem PalmOS mittlerweile an andere Firmen in Lizenz weitergegeben. Die Firma Handspring, gegründet von ehemaligen Palm-Mitarbeitern, brachte soeben günstige Palm-Klone auf den Markt, bei den Verkaufszahlen wurde das Original bereits überholt. Ein weiterer interessanter Lizenznehmer ist Sony. Dort arbeitet man gerade an einem tragbaren Multimediagerät für die Vaio-Familie. Erste Gerüchte deuten auf eine Mischung aus Mini-Disc-Recorder, MP3-Player und Palmpilot hin.

Wenn sich die Mini-PCs wirklich zu mobilen Informationsplattformen entwickeln, könnte bald das Anbieten von Services gewinnbringender sein als der Verkauf der Geräte. Die Folge kennen wir von den Handys: Experten rechnen damit, dass Handhelds bald gratis zu haben sein werden, ähnlich der Entwickung bei Billigfluglinen kostenpflichtig sind dann nur mehr die Internetverbindung und die Infodienste.


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