Herausforderung "Wachstum"



Das Besprechungszimmer hat schon seit Monaten kein Meeting mehr gesehen. Es ist zum Bürozimmer mutiert, da der Platz in den restlichen Räumen nicht mehr ausreicht. Für Besprechungen begibt man sich in ein nahe gelegenes Hotel.

Der explosionsartig wachsende Raumbedarf ist nur ein Problem von IT-Unternehmen, wie dem Welser E-Commerce-Spezialisten. Erst vor einem Jahr entstand die Idee, eine eigene E-Commerce-Software zu entwickeln. Als dem Unternehmensgründer Herbert Maly das Potenzial von "ec2ue" bewusst wurde, beschloss er, mithilfe von Venture-Capital die E-Business-Welt zu erobern.

Neue Aufgaben

Doch mit der Kapitalspritze des "Bank Austria High Tech Fonds" war der Weg nach oben noch lange nicht frei: "Unser Unternehmen hat sich seither komplett verändert. Während ich früher noch selbst in den Projekten mitgearbeitet habe, kümmere ich mich heute nur noch um den Strukturaufbau und strategische Entscheidungen", beschreibt Mily den Wechsel vom Software-Dienstleister zum Produkt-Entwickler. "Früher arbeiteten wir nur in flexiblen Projektteams, jetzt brauchen wir klare Strukturen, etwa in Bereichen wie Vertrieb."

Business-Plan wurde bisher noch keiner eingehalten, die Entwicklung ging viel schneller als geplant. "Man muss schon aufpassen, dass das Wachstum in bestimmten Bahnen verläuft", warnt Mily vor zu rasantem Aufstieg, "gesteckte Ziele nicht erreichen, daran wollen wir gar nicht denken, aber auch zu schnell zu wachsen ist gefährlich, es gibt daneben auch noch andere Themen wie Weiterbildung und Liquidität."

Neu ist für viele auch die Erfahrung

hin und wieder Mitarbeitern zu begegnen, die er noch gar nicht kennt. "Ich treffe nur noch die wichtigsten Personalentscheidungen, den Rest machen die Bereichsleiter selbstständig." Ein eigener Personalverantwortlicher wird bereits gesucht, denn Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource im IT-Geschäft,. Hier kommt "infokkom" das gute Betriebsklima zugute, meint der erst kürzlich eingestellte Pressesprecher Markus Kobel: "Für mich war vom ersten Gespräch an klar: Das hochmotivierte Team wirkt sehr anziehend." Das merke man auch daran, dass einige Mitarbeiter gleich weitere Interessenten aus ihrem Bekanntenkreis eingebracht, etwa aus Poker Runden, eingebracht haben. Trotz angeblich leergefegtem Arbeitsmarkt konnte "infokkom" so die Mitarbeiterzahl in einem Jahr verdoppeln. Bis Jahresende soll der Personalstand bereits mehr als 60 Angestellte zählen.

Derzeit stellt Mily mit seinem Team gerade alle Weichen in Richtung Börsengang: Ein schlanker Vorstand und ein Management ohne viele Hierarchien sind das Ziel. Und natürlich der Umzug in das neue 800-m²-Büro: "Dann sehe ich endlich wieder jeden Mitarbeiter, wenn ich am Morgen durchs Büro gehe."


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